Hermes in den 1990er Jahren

1990

Hermes in den neuen Bundesländern

Nach der Währungsumstellung am 1. Juli weitet Hermes die Belieferung auf das Gebiet der DDR aus. Basis dafür sind sieben am selben Tag in Betrieb genommenen Niederlassungen. Wegen der unklaren Rechtslage wird ebenfalls am 1. Juli nach DDR-Recht die Hermes Versand Service Berlin GmbH gegründet. Eine provisorische Niederlassung in Coburg unterstützt übergangsweise die neuen Niederlassungen. Kurz nach der Wiedervereinigung wird das Netzwerk durch fünf weitere Neugründungen erweitert. Zum Teil arbeitet Hermes hier, anders als bei den Niederlassungen im Westen, mit Kooperationspartnern zusammen.

1991

EDV optimiert die Informationsflüsse

Nachdem alle Niederlassungen mit PCs ausgestattet sind, wird die Datenfernübertragung zur Zentrale eingeführt.

1992

Eigene Zellcodierung

Im 20. Jahr seines Bestehens kann Hermes die 500-millionste Sendung ausliefern. Von den 64 Niederlassungen sind 48 in den alten und 16 in den neuen Bundesländern. Zur Optimierung der Tourenplanung entwickelt Hermes zusammen mit dem Infas-Institut eine eigene Zellcodierung für die alten Bundesländer.

1993

Hermes experimentiert mit Elektromobilen

Bereits 1993 beteiligte sich der Hermes Versand Service (HVS) an der Erprobung alternativer Antriebe und testete 3 Elektro-Testmobile, die in Zusammenarbeit mit Daimler Benz entwickelt worden waren. Die Leistungsfähigkeit dieser Fahrzeuge reicht jedoch zunächst nicht für die Anforderungen, die durch ca. 100 Kunden-Stopps pro Tour an die Flottenfahrzeuge zu stellen sind.

1994

Beginn einer neuen EDV-Ära

Im Herbst 1994 werden die ersten Depots mit sogenannten Stationärscannern zur Sendungserfassung (mittels Barcode auf dem Sendungsaufkleber) ausgerüstet. Damit wird die Grundlage für eine durchgängige Sendungsverfolgung vom Versender bis zur Auslieferung geschaffen. Gleichzeitig wird eine EDV-gestützte Tourendisposition mit maschinell erstellten Beladelisten und Quittungsunterlagen eingeführt.

1995

Erstklassige Technik, Rekordzahlen, moderne Autos und neue Services

Das mittlerweile in allen Niederlassungen installierte Sendungsinformationssystem (SISY) dient der Optimierung der Abwicklung und der Auskunftsfähigkeit und zielt auf eine Verringerung der Sendungsverluste ab. Im Geschäftsjahr 1995 wickeln die 3.940 Beschäftigten insgesamt 73,4 Mio. Sendungen ab, der Umsatz beträgt 360 Mio. DM. Im Jahresdurchschnitt fahren die Kundenbetreuer mit 2.800 Fahrzeugen gut 600.00 Touren und legten dabei fast 100 Mio. km zurück – sprich 2.500 mal um den Erdball. Mit fünf Erdgasfahrzeugen beginnt die Erprobung einer alternativen Antriebsart.

Mitte des Jahres beginnt an der Niederlassung Darmstadt der Test des Hermes Boten Systems. Dabei sollen Kleinsendungen nicht mehr nur von den Kundenbetreuern, sondern auch von selbstständigen Boten ausgeliefert werden.

Im Herbst startet Hermes für die Otto Gruppe den Feierabend-Service mit Lieferung nach 17.00 Uhr.

1996

Neue Auftraggeber für Hermes

Auch die Geschäftsführungen der noch nicht mit Hermes ausliefernden Versandhäuser der Otto Gruppe sowie der Otto Vorstand entscheiden sich für den Hermes Boten Service. Die sogenannten "neuen Versender" - Bon Prix, 3 Pagen, Witt, Rainbow, Sport Scheck und Alba Moda - werden schrittweise bis zur Jahresmitte 1997 eingeschleust.

1997

Vertrag mit der Deutschen Bahn AG / 25 Jahre Erfolg

Per Vertrag mit der Deutschen Bahn AG übernimmt Hermes die Haus-zu-Haus-Belieferung von Reise-Gepäck. Kunden geben Ihr Gepäck an der Haustür ab, das dann am Zielort bereit gestellt wird. Mit der Einführung des Hermes Privat Service kann Hermes erstmals auch Privatkunden direkt ansprechen. Im November liefert Hermes die 1-milliardste Sendung aus.

Zum 25-jährigen Jubiläum zieht der HVS Bilanz: Ende 1997 hat das Unternehmen über 100 Mio. Sendungsbewegungen abgewickelt. Die Unternehmensstruktur umfasst zu diesem Zeitpunkt 64 Niederlassungen mit zusammen fast 118.000 qm, 4.300 Mitarbeiter und knapp 5.000 Boten sowie etwa 2.800 Fahrzeuge.

1998

Neue Märkte + mehr Kunden = Gute Entwicklung

Aufgrund des neuen Postgesetzes steigt Hermes in die Beförderung von Katalogen und Infopost sowie Briefen ab 200g ein. Mit dem Versandhaus Baur in Burgkunstadt wird im Herbst 1998 die Integration der Konzernversender in die Hermes-Abwicklung abgeschlossen. Der Umsatz steigt in diesem Jahr auf 530 Mio. DM; die Struktur der Beschäftigten gliedert sich in 3.350 Eigen-Mitarbeiter, 2.000 Subunternehmer/Kooperationspartner und 5.000 teilzeitbeschäftigten Boten auf.

1999

Startschuss für den Hermes PaketShop (01.02.1999)

Bis zum Ende des Geschäftsjahres können bundesweit über 1.000 PaketShops bei interessierten Einzelhändlern und Gewerbetreibenden installiert werden. Über diese Partner werden bis auf weiteres überwiegend Retouren abgewickelt. Das Umweltmanagementsystem der Zentrale und des Depots in Hamburg wird nach der Norm ISO 14001 zertifiziert.